SCHMERZEN im KREUZ
(Chronische) Schmerzen im Kreuz können vielfältig verursacht sein. Häufig ist die genaue Abfrage der Symptome (= Krankheitszeichen) bereits diagnostisch richtungsweisend:
Werden Rücken - bzw. Schmerzen im Kreuz bei Beanspruchung der Wirbelsäule verstärkt oder ausgelöst, so sind die Bewegungssegmente beteiligt.
Chronische (= länger als drei Monate anhaltende) Schmerzen im Kreuz, die von der Wirbelsäulenfunktion unabhängig sind, sprechen mehr für Störungen im Bereich der Wirbelkörper.
Chronische Schmerzen im Kreuz, die von Muskeln und deren Bindegewebsumhüllung ausgehen (sog. muskuloskelettaler oder myofaszialer Ursprung) werden durch Wirbelsäulenbelastungen und -bewegungen ebenfalls verstärkt, unterliegen aber häufig klimatischen Einflüssen, d.h., sie treten in der kälteren Jahreszeit bevorzugt auf. Oft berichten die Patienten, sie hätten sich "verkühlt".
Akut auftretende Schmerzen im Kreuz sind häufig bandscheibenbedingt, können aber auch durch eine akute Segmentblockierung (hpts. kleine Wir belgelenke) ausgelöst werden.
Akute Schmerzen im Kreuz, die mit einer monoradikulären Symptomatik (= Krankheitszeichen 1 Nervenwurzel betreffend) einhergehen, sind sichere Anzeichen eines Bandscheibenvorfall s, gleiches gilt für akute Schmerzen im Zusammenhang mit einem Cauda-Syndrom (= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der Beine).
Chronische Rüc ken- bzw. Schmerzen im Kreuz, die beim Husten und Pressen deutlich stärker werden, sind typisch für Nervenwurzelkompression en, z.B. infolge einer Bandscheibenprotrusion (= Bandscheibenvorwölbung) oder gar eines Bandscheibenprolaps (= Bandscheibenvorfall).
Chronische Rüc ken- bzw. Schmerzen im Kreuz, die bei Erschütterung verstärkt auftreten, können von einer Spondylitis (= En tzündung an der Wirbelsäule) verursacht werden.
Chronische Rüc ken- bzw. Schmerzen im Kreuz, die bevorzugt nachts und morgens auftreten, weisen auf eine generalisierte (= allgemeine) Wirbelsäulenerkrankung hin, z.B. Morbus Bechterew oder Osteoporose.
Die Wir
belsäule als statisches Achsenorgan ist in
dieser Funktion großen Belastungen ausgesetzt, entsprechend häufig treten
Verschleißerscheinungen auf, die über die physiologische Degeneration
(= normale Abnützung)
hinausgehen und deshalb oft chronische
Kreuzschmerzen verursachen.
Es ist jedoch stets zu
bedenken, daß auch höhergradige Verschleißprozesse nicht unbedingt mit
Rückenschmerzen einhergehen müssen, auch gibt es keine statistische Korrelation zwischen dem
Ausmaß der abnutzungsbedingten Veränderungen und der geklagten
Schmerzintensität. Das Vorhandensein abnutzungsbedingter Veränderungen, die
theoretisch die geklagten Schmerzen verursachen können, darf deshalb nicht
dazu verleiten, eine weitergehende Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung eines
Krankheitsgeschehens) zu unterlassen.
Von allen Abschnitten der Wir
belsäule ist die
Lendenwirbelsäule
den größten statisch-dynamischen Belastungen ausgesetzt.
Als Schmerzursache stehen deshalb hier übermäßige
degenerative (=
abnutzungsbedingte) Veränderungen
im Vordergrund, wobei der
Ba
ndscheibe
eine Schlüsselrolle zufällt. Der
Wassergehalt des Gallertkernes der
Bandscheibe
nimmt im Laufe der Zeit ab und
damit die Elastizität, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt wird. Der
Faserring verliert allmählich seine Haltefunktion, wird rissig und teilweise für
die Gallertmasse durchlässig. Bereits in dieser Phase sind
Bandscheibenvorfälle
möglich. Das Bewegungssegment wird durch diese
Bandscheibenveränderungen nunmehr
instabil, wodurch die Funktionsbewegungen beeinträchtigt werden. Die
Wir
belkörper können sich dann gegeneinander verschieben, worunter die kleinen
Wir
belgelenke besonders leiden und schließlich mit arthrotischen
(= krankhaften)
Veränderungen reagieren (Spondylarthrosen). Mit zunehmender
Bandscheibendegeneration (=
Bandscheibenabnutzung) nähern sich
die Wir
belkörper einander und reagieren mit Randzackenbildung (Spondylose) und Sklerosierung (= krankhafte Verhärtung)
der Deckplatten (Osteochondrose). Allmählich kommt es zu einer Versteifung, die
an sich der Entstehung von
Kreuzschmerzen entgegen wirkt ("wohltuende
Versteifung im Alter").
Jede Phase dieser fortschreitenden Degeneration kann im
Bewegungssegment Schmerzen verursachen, die auch mit
pseudoradikulärer
oder gar radikulärer Symptomatik
(= Krankheitszeichen die auf eine scheinbar oder
tatsächlich geschädigte
Ner
venwurzel zurückzuführen sind)
einhergehen können.
Verschleißprozesse, die über die normale,
altersentsprechende Abnutzung hinausgehen, können auch zu einer
Verengung des
Spinalkanals führen und in den betroffenen Segmenten Schmerzen
im Kreuz hervorrufen, bei entsprechendem Ausmaß treten weitere Beschwerden hinzu
((pseudorad
ikuläre,
rad
ikuläre Ausstrahlungen in die
Be
ine,
Claudicatio spinalis
(= Funktionsbeeinträchtigung der
Be
ine aufgrund einer
Durchblutungsstörung im
Rückenmark)).
Ein
Bandscheibenvorfall erfolgt meist dorsolateral
(= seitlich und nach hinten)
und kann schon bei geringem Ausmaß das Bewegungssegment blockieren. In der
dorsolateralen (= hinteren und seitlichen)
Region kann aber auch die
Ner
venwurzel direkt tangiert bzw.
eingeklemmt werden und ausstrahlende Krankheitszeichen bewirken.
90% aller
Bandscheibenvorfälle finden in den Etagen L4/L5 und L5/S1 statt (Sehhati-Chafei
1988). Diese bevorzugte Lokalisation führt dazu,
daß häufig die Diagnose "Lumboischialgie" gestellt wird, da die oberen
Anteile des Plexus ischiadicus (=
Nervengeflecht aus dem der
Ischias
nerv entstammt)
bzw. Plexus sacralis (= Nervengeflecht
im Bereich des
Kreuzbein
s) den
Nervenwurzel
n L4 und L5 entstammen.
Die kleinen
Wir
belgelenke, die wegen ihrer dachziegelartigen Anordnung auch
Facettengelenke genannt werden, können auch isoliert, also unabhängig vom
Einfluß der Bandscheibendegeneration arthrotische Veränderungen erfahren und
dann ebenfalls schmerzhafte Blockierungen des Bewegungssegmentes hervorrufen.
Auch im Bereich der Foramina intervertebralia
(= Zwischenwirbellöcher)
können isolierte Störungen auftreten, die die zugehörigen
Ner
venwurzeln
irritieren oder gar schädigen und dann zu einem
Kreuzschmerz führen.
Patienten mit
Schmerzen im Kreuz nach
Bandscheibenoperationen sind bezüglich einer
Schmerzbehandlung sehr
problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die Problematik mit jeder weiteren
Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene typische Ablauf des
Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer Operation die eigentliche
Schmerzursache ja nicht behoben werden kann, im Gegenteil, es besteht sogar die
Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch beschleunigt wird. Mit jeder Operation
nimmt die Tendenz zur Instabilität zu, abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen
(= durch die Operation verursachten)
Gewebsschädigungen.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen
Bandscheibenoperation
en wegen Instabilität eine
Spondylodese
(= operative
Wirbelsäulenversteifung)
durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen
Wirbelversteifung ein Großteil der Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist
daher zu begrüßen, daß die Indikation
(= Anzeige) zur Ba
ndscheibenoperation
in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund für eine
Operation ist das Krankheitszeichen "Rüc
ken- bzw. Schmerzen
im Kreuz“
in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige) gelten allenfalls
unerträgliche, therapieresistente (=
nichts hilft) Schmerzen.
Beim
sog. Cauda-Syndrom (= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der
Be
ine), ebenso bei motorischen Defiziten
(= Beeinträchtigungen der Muskelfunktion),
die unter konservativer Therapie (=
Behandlung ohne Operation) bestehen
bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung
herbeizuführen.
Häufiger
haben
Rüc
ken- bzw. Schmerzen im Kreuz auch ihren Ursprung in den
Iliosakralgelenken
(= gelenkartige Verbindung zwischen
Darm- und Kreuzbe
in) (die sog.
Iliosakralgie). Meist liegen funktionelle Störungen vor, die betroffenen
Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Drehung, über
Schmerzen im lumbosakralen Übergangsbereich
(= unterer Lendenwir
belsäulen- und oberer
Kreuz
be
inbereich),
aber auch typischerweise über Schmerzen im Bereich der Spina iliaca posterior
superior (= hinterer oberer
Darmbeinstachel) mit unspezifischen
Ausstrahlungen in die
Beine
(Gesäß, hinterer und
seitlicher Oberschen
kel bis zur
Wade und evtl.
Ferse).
Neurologische Ausfälle (=
Nervenstörungen)
bestehen nicht. Häufiger kommen diese Patienten mit der (falschen) Diagnose "Lumboischialgie".
Schmerzen im Kreuz können natürlich auch vom Kreuzbe in ausgehen, in diesem Falle spricht man dann von einer Sakralgie bzw. Lumbosakralgie.
Medikamentöse Schmerztherapie:
Akut und subakut können bei Schmerzen im Kreuz zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel) (möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Mus kelverspannungen auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Mus kelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®).
Manchmal sind diese Schmerzen nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N® oder gar Morphin) (= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, u.a. aber auch
bei chronischen Schmerzen wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel):
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische
Lokalanästhesie mit einem langwirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Ner
venblockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie (= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir belsäule angrenzenden Mus kulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten (= kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger Identifizierung derselben.
Werden die Schmerzen im Kreuz durch abgenutzte, entzündliche oder irritierte Intervertebralgelen ke (= kleine Gelenk e zwischen den Wir beln) verursacht, sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen ke erfolgversprechend. Kortison-Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Der Beweis für ein "Facet ten-Synd rom" (= Schmerzstörung im Bereich der kleinen Wir belgelenke) als Schmerzursache, ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen (= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten) Facet ten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation (= Verkochung / Zerstörung mit Hochfrequenzstrom) der Facet ten sind bei Rüc ken- bzw. Schmerzen im Kreuz nicht gesichert.
Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte) Ner ven- und rückenmarknahe Blockaden:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von Schmerzausstrahlungen eignen sich bei Schmerzen im Kreuz Blockaden (= Betäubungen) der korrespondierenden Ner venwurzeln (= im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben der Wir belsäule).
Im Bereich der Beine können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung (= Schmerzen die auf eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Ner venwurzel zurückzuführen sind) der vordere Oberschenkelnerv (N. femoralis) und / oder der Ischiasnerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren Oberschenkels gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung der Ner ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet zur Behandlung der Meralgia paraesthetica (= brennende Schmerzen an der Oberschenkelaußenseite).
Die lumbale Periduralblockade (= rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich), insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei Schmerzen im Kreuz eine sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerz" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn eine Periduralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei Mißbildungen, Zustand nach operativer Wirbelsäulenversteifung usw.), bietet sich besonders bei Störungen im Bereich des Plexus sacralis (= Nervengeflecht im Bereich des Kreube ins) die sog. Kaudalanästhesie (= rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kreuzbe in hindurch) an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B. 20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere Lende nbereich erreicht werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei sehr schweren und
sonst kaum behandelbaren
Rüc
ken- bzw. Schmerzen im Kreuz kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden.
Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch
die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Ner vengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch en tzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig neben der Wir belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist bei Schmerzen im Kreuz die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Schmerzen im Kreuz (gilt auch für andere Rückenschmerzen) empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls diese Schmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schmerzen im Kreuz nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist bei aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die Muskeln neben der Wir belsäulee zu trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente Mus kulatur eine statische und dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie) bei der Anzeige „Schmerzen im Kreuz“ durchaus gute Erfolge aufzuweisen.
Bei schmerzhaften degenerativen (= durch Abnutzung hervorgerufenen) Veränderungen der Wirbelsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen (Thomalske 1991),
ebenso Magnetfeldtherapie
Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen im Kreuz nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle InstruktionenRückenschule). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Mus kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (= bewusstseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei Schmerzen im Kreuz eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen, ebenso Biofeedbackk (= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychotherapeutische Interventionen Kreuz sch merz" angezeigt sein, da auch verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.
Bestehen chronische Schmerzen im Kreuz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionenn erfolgen.
Aktualisiert: 05.07.2006
A
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C
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Stumpfschmerz (www.stumpfschmerz.de),
Styloiditis,
Symphysenschmerzen,
symptomatische
Kopfschmerzen, Syndrom der BWS,
Syndrom der HWS,
Syndrom der LWS,
Synovialitis,
T
Tarsalgie,
Tendinopathien,
Tendopathie (www.tendopathie.de),
Tendinitis calcarea,
Tenosynovialitis,
Tennisellbogen (www.tennisellbogen.com),
Thorakodynie,
Tiefenschmerz,
Tinnitus aurium,
Tunnel-Syndrom,
U
Übertragungsschmerz,
Unkarthrose (http://www.unkarthrose.de),
Unterarmschmerzen,
Unterbauchschmerz (www.unterbauchschmerz.com),
Unterbauchschmerzen,
Unterleibsschmerzen,
Unterschenkelschmerz,
Unterschenkelschmerzen,
unruhiges Bein
V
Venenschmerzen,
Venöse
Durchblutungsstörung (www.venoese-durchblutungsstoerung.de),
Vertebragene Schmerzen,
Vertebralsyndrome,
Verwachsungsbauch,
Virale
Gelenkentzündung,
Viszerale Schmerzen,
viscerale Schmerzen,
W
Wadenkrampf,
Wadenschmerzen (www.wadenschmerzen.de),
Weichteilschmerzen,
Wirbelkanalstenose,
Wirbelsäulenschmerzen,
Wirbelsäulenversteifung,
Wirbelsäulenerkrankungen
(www.wirbelsaeulenerkrankungen.com),
Wirbelsäulenkrümmung, Wirbelsäulenleiden
(www.wirbelsaeulenleiden.com),
Wirbelsäulenverbiegung,
Wirbelversteifung (www.wirbelversteifung.de),
WS-Schmerzen,
WS-Syndrom (www.ws-syndrom.de),
Wurzelentzündung,
Wurzelkompression (www.wurzelkompression.de),
Wurzelreizsyndrome,
Z
Zahnschmerzen, Zeckenbiß
(www.zecken-biss.de),
Zehenschmerzen,
zentrale Schmerzen,
Zephalodynie,
Zervikobrachiales Syndrom,
Zoster-Erkrankungen,
Zosterschmerzen,
Zungenentzündung,
Zungenschmerzen,
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